xeniawenzel

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Kategorie: Gedanken

BLN02_17

Berlin.
Winter.
Ringbahn.
Motz.
Grau.
Wetternde Arbeiterinnen.
„Dit is doch allet nich zu schaffen. Ick mach doch eh‘ schon immer länger.“
„Wenn se uns doch wenigstens mal den Nachtzuschlag zahl’n würd’n.“

Das Rauschen der S-Bahn. Das ewige Rauschen.
Musik.
Musik aus dem Akkordeon der Musiker.
Musik in den Gedanken an jugendliche Nächte in Berliner Clubs.
Schreie.
Schreie der Babys, der wimmernden Obdachlosen, der waghalsigen Jugend.
Stille.
Erdrückende Stille, peinliche Stille.
Blicke in die vertraute Ferne und das nahe Fremde.
Frost.
Rauch.
Heiß-kalt.
Schweiß.
Gedanken an schwitzende Nächte vor der Volksbühne.
An die Ruhe vor dem Sturm.

Milchige Fensterscheiben.
Dahinter Menschen, Häuser, Bäume, Straßen.
Im Strudel.
Ich kann es nicht mehr halten.
Alles verschwimmt zu einem Meer.
Ein Meer, durch das ich in meiner Kapsel fahre.
An mir vorbei zieht die Stadt, die nicht mehr meine ist.
Berlin, du drehst dich weiter, ohne mich.

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#1

Du quälst mich mit deiner Abstinenz. Doch noch viel mehr quälst du mich mit deiner bloßen, wunderbaren Existenz.