xeniawenzel

A fine WordPress.com site

Monat: April, 2017

BLN02_17

Berlin.
Winter.
Ringbahn.
Motz.
Grau.
Wetternde Arbeiterinnen.
„Dit is doch allet nich zu schaffen. Ick mach doch eh‘ schon immer länger.“
„Wenn se uns doch wenigstens mal den Nachtzuschlag zahl’n würd’n.“

Das Rauschen der S-Bahn. Das ewige Rauschen.
Musik.
Musik aus dem Akkordeon der Musiker.
Musik in den Gedanken an jugendliche Nächte in Berliner Clubs.
Schreie.
Schreie der Babys, der wimmernden Obdachlosen, der waghalsigen Jugend.
Stille.
Erdrückende Stille, peinliche Stille.
Blicke in die vertraute Ferne und das nahe Fremde.
Frost.
Rauch.
Heiß-kalt.
Schweiß.
Gedanken an schwitzende Nächte vor der Volksbühne.
An die Ruhe vor dem Sturm.

Milchige Fensterscheiben.
Dahinter Menschen, Häuser, Bäume, Straßen.
Im Strudel.
Ich kann es nicht mehr halten.
Alles verschwimmt zu einem Meer.
Ein Meer, durch das ich in meiner Kapsel fahre.
An mir vorbei zieht die Stadt, die nicht mehr meine ist.
Berlin, du drehst dich weiter, ohne mich.

Bitte lass mich dich lieben

Bitte lass mich dich lieben

Lass mich dich anschauen
Dein reines, zartes Gesicht
Deine kindlichen Augen
Wie sie sehnsüchtig in meine blicken

Bitte lass mich dich sehen, wie du weinst
Kein schön‘res Gesicht könnt‘ es geben
Auf dem Tränen sich ergießen
Aus Liebe
Aus Angst
Aus Schmerz

Bitte lass mich dich sehen, wie du lachst
Wie du aus dir gehst
Dabei
Das Flirren deiner Augen uns verbindet

Wie schön muss dein Lachen sein
Wenn schon dein Lächeln so tief ist

Lass mich dich spüren
Deine Güte und Wärme
Wenn du mich zu dir lässt
Schutzlos und rein

In jeder Hinsicht
Will ich dich lieben

Wozu all dieser Schmerz?
Warum schon jetzt
Warum schon wieder?

Bitte
Lass mich dich riechen
Lass mich dich schmecken
Lass mich dich hören, fühlen, küssen
Vergessen

Doch du lässt nicht