Die Nacht, der Morgen

von xeniawenzel

In der Nacht spielt sich das Leben ab, hast du gesagt.
Die Nacht ist unser, und doch entgleitet sie uns ohne Warnung.
Ich will nie schlafen, aus Angst, es könne Morgen werden. Die Nacht gehen, und mit ihr, wir.
Wenn wir nur diese eine Nacht haben, soll sie ewig andauern. Dann will ich nie deine Hand loslassen, deinen blauen Blick verlieren, deinen Geruch vergessen.

Wenn die Nacht das Leben ist, so ist der Morgen der Tod. Im Lichte des Tages bietet sich alles so anders dar, das Mysterium der Dunkelheit ist vergangen.
Auch ohne Schlaf ist der Morgen da, einfach so, brutal.

Und auch, wenn ich die Nacht endlos in die Länge ziehen will, so weiß ich, entbehrt dieses Gedankens jedweder Sinn. Die Momente werden nicht schöner, weil sie länger und öfter sind. Jeder Moment ist nur so schön, wie er ist, egal wie lang, egal wie oft.
Die Einzigartigkeit eines Momentes anzuerkennen, bedeutet, seine Vergänglichkeit hinnehmen zu müssen.

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