Das Zimmer

von xeniawenzel

Dein Zimmer, ich erinnere mich noch ganz genau. Das Klavier, die blaue Couch, der riesige Kleiderschrank, die Matratze auf dem Boden, die Schwarz-Weiß-Bilder an der Wand, alles habe ich noch genau vor Augen.

Wenn du dich nur in Luft auflösen könntest, wenn du es nur schafftest, die Illusion von dir zu zerstören. Ein Treffen mit dir würde genügen, um dich zu entzaubern, ich bin mir sicher. Einst war ich in Paris, nun weilst du dort. Du wirst dich in andere Mädchen verlieben, ich werde aus deinem Bewusstsein entschwinden. Ich hier, du da, ich kann nichts tun, außer dich zu vermissen. Die Besonderheit unserer Geschichte liegt in der Einmaligkeit unserer Begegnung begründet. Einmal, und nie wieder, und trotzdem werde ich an Erinnerungen daran nicht satt. Die Gedanken an dich sind so präsent wie an jenem Tag, der auf unser Treffen folgte, vielleicht sogar noch deutlicher und klarer. Dass ich nichts über dich und dein Leben weiß, macht den Schmerz erträglich. So bleibst du immer gutmütig, einseitig und schön. Je mehr ich von dir und deinem Leben wüsste, umso mehr würde es mich zerstören, umso größer meine Sorgen.So ist die unerfüllte Liebe eine nicht endende, sie bezieht ihr Material aus immer den selben, traumhaften Geschehnissen und will dennoch nicht verblassen. Eine Konfrontation mit der Realität ließe sie verkommen, doch das will sie nicht, hätte sie sich sonst absentiert.  

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